Zum Tod von Heinrich Peuckmann

Zum Tode eines Freundes – Heinrich Peuckmann

 

Bei unserem letzten Treffen im Januar im Kamener Extrablatt haben wir Pläne geschmiedet. Genau dort hatten wir uns fünf Jahre zuvor kennengelernt. Zufällig saßen wir nebeneinander. „Sie lesen?“, fragtest du mit Blick auf mein mitgebrachtes Buch. „Das ist gut.“ „Lesen Sie etwa nicht?“, meine Gegenfrage. „Ich?“, erwidertest du überrascht, „schreibe sogar Bücher.“ „Ich auch“, entgegnete ich, ohne zu ahnen, welcher bekannte Schriftsteller und Lyriker da eigentlich neben mir saß. Unser anschließendes Gespräch dauerte mehrere Stunden und war der Beginn unserer Freundschaft.

Oft trafen wir uns in deinem schönen Garten, in dem du so gerne warst. Meist gesellten sich auch deine Freunde aus Kamen dazu. Einmal zeigtest du mir dein Haus und ich entdeckte darin Werke von Willi Sitte, dem großen Künstler. Er sei dein Freund gewesen und ein gern gesehener Gast in deinem Zuhause, erklärtest du und reichtest mir einen Kunstband mit Gedichten von dir und Grafik von Sitte.

Von deinem Heimatort aus erstreckte sich dein Netzwerk weit, sehr weit. Und du holtest die bekannten Namen in deine Heimat. Wie sehr hat mich dein Engagement im Writers-in-Exile-Programm für das P.E.N.-Zentrum Deutschland beeindruckt, dessen Generalsekretär du mehrere Jahre warst.

Dass ich im letzten Jahr bei der Summer-Life-Kulturreihe neben Großen der Literaturszene dabei sein durfte, war ein besonderes Geschenk. ‚Gut gemacht‘, rauntest du mir nach meiner Lesung in der Lutherkirche zu. Du warst so ein Mutmacher. Später haben wir alle gemeinsam am Markt gefeiert, anschließend die Runde bis lange nach Mitternacht in deinem Haus ausklingen lassen.

Deine Heimat ist dieselbe, in der auch meine familiären Wurzeln sind. Du wusstest, wie sehr ich mich zurücksehne nach Westfalen, hast mir bei unserem letzten Treffen im Januar mögliche Projekte vorgeschlagen, würden mein Mann und ich uns entschließen zurückzukehren. Du warst so ein Impulsgeber.

Als dein Freund Bernhard mir mitteilte, dass du im Sterben lägest, las ich in deinem jüngsten Gedichtband, Das ist das Bild. Bei unserem nächsten Treffen wolltest du mir ein signiertes Exemplar schenken, hast du mir erst vor Kurzem geschrieben.

Dein plötzlicher Tod macht mich unendlich traurig.

Doch es bleiben deine wunderbaren Gedichte. Und dein übriges großes literarisches Werk.

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