Geboren und aufgewachsen bin ich im westfälischen Dorsten, das liegt direkt an der Grenze zwischen Ruhrgebiet und Münsterland. Enge familiäre Wurzeln habe ich außerdem ins fränkische Bamberg. Verheiratet wiederum bin ich mit einem Allgäuer und wir leben zurzeit in … doch dazu später mehr. Es ist spannend, so viele verschiedene Regionen kennenzulernen.

Das Lesen von Geschichten liebe ich von klein auf. Ich glaube, mein erstes längeres Buch war Ferien auf Saltkrokan von Astrid Lindgren. Auch Sagen zogen mich schon als Kind in ihren Bann. Als ich älter wurde, faszinierten mich die großen Erzähler. Und natürlich die Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Romantik. Ihre Werke enthalten oft mystische Elemente, was ich sehr mag.

Meine Lesebegeisterung hat auch meine Ausbildung bestimmt, ein Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaften (sowie Kunstgeschichte und Philosophie) an der RWTH Aachen. Beruflich schon fest verankert in der Pressestelle einer westfälischen Hochschule – und später in einem Universitätsklinikum – habe ich schließlich angefangen, eigene Geschichten zu schreiben. Das hat mindestens so viel Freude gebracht wie das Lesen. Begonnen habe ich mit Kinder- und Jugendbüchern. Danach folgten ein paar Krimis.

Seit 2013 liegt mein Fokus auf spannender Romantik, oft mit einem Hauch Mystery. Neben Nervenkitzel und großen Gefühlen mag ich auch historische Stoffe wie im Zweiteiler Der Löwe von Dark Rose und Pomeranzensommer, worin ein Frauenschicksal im wilhelminischen Zeitalter beschrieben wird. Für eine kurze Zeitspanne schlüpfe ich in fremde Welten und folge den Verstrickungen meiner Protagonisten. Denn die machen sich ziemlich oft mit unerwarteten Handlungen selbstständig. Ich liebe es, wenn mich meine Geschichten überraschen. Gar nicht mag ich hingegen, mich am Ende eines Buches von den Menschen verabschieden zu müssen, die ich lieb gewonnen habe. So sind meine Serien – wie Die Windsbräute oder Die Mädels von der Burg – entstanden, deren Hauptfiguren mich von jetzt an begleiten sollen. Mir ist außerdem wichtig, in meinen Geschichten verschiedene Generationen zu Wort kommen zu lassen. Die Figur der fast neunzigjährigen Mathilde aus den Windsbräuten ist mir dabei besonders ans Herz gewachsen. Für sie gibt es sogar ein lebendiges Vorbild.

Nun habe ich viel über das Schreiben und Lesen von Büchern erzählt und bin eine Antwort darauf schuldig geblieben, wo ich heute lebe. Beantworten will ich sie mit einer wahren Anekdote, die schon wieder mit Büchern zu tun hat: Als Kind habe ich auch die Mädchenbücher meiner Mutter verschlungen. Goldköpfchen von Magda Trott, zum Beispiel. Die Geschichte spielte zu Beginn des letzten Jahrhunderts und handelte von einem kleinen Mädchen, das seine eigenen Vorstellungen von der Welt hatte und den Anweisungen der Erwachsenen öfter mal zuwider handelte. Anders gesagt, es hatte viel mehr Mut als ich. Und es hatte eine ‚Oma Dresden‘. Als ich mit meinen Eltern zu meiner ‚Oma Bamberg‘ fuhr, las ich auf einem der Autobahnschilder „Dresden“. Sofort dachte ich an meine Kinderbuchheldin und deren Oma. Ich fragte meine Eltern, ob wir auch mal nach Dresden fahren könnten, und erfuhr so die Sache mit der Mauer. Sie beschäftigte mich nachhaltig. Von da an wünschte ich mir jedes Mal, wenn wir wieder an diesem Schild vorbeifuhren, dass wir doch einfach mal dort abbiegen würden. Und noch heute denke ich jedes Mal daran, wenn ich von meinen Eltern kommend von der A7 an diesem Schild (oder seinem Nachfolger) den Blinker setze und abbiege. Heute wohne ich in der Nähe von Dresden.

Fotos: Oliver Lückmann